Sylt, eine schrumpfende Insel

Von Alfred | 11. Juli 2011

Die Insel Sylt, wie wir sie jetzt kennen, existiert seit ungefähr 400 Jahren. Sie entstand aus Altmoränen, weshalb in ihrer Mitte und im Westen ein Geschiebemergelkern mit Dünen, Kliffs und Sandstrand sichtbar ist.

Der Kern entstand durch den Anstieg des Meeresspiegels vor ca. 8000 Jahren, woran sich im Norden und Süden stetig Sedimente festsetzten. So verlagerte sich die Westkante immer mehr nach Osten und die Insel wurde im Norden und Süden länger. Seit 1870 gibt es Aufzeichnungen über den Küstenrückgang vor Sylt, der vor allem aufgrund starker Sturmfluten passierte.

Schon im 19. Jahrhundert ging man dagegen vor, indem man Holzpfahlbühnen errichtete, die rechtwinklig zur Küste ins Meer gebaut wurden. Diese ersetzte man später durch Metall- und Stahlbetonbühnen, wodurch sich die Erosion dennoch nicht aufhalten ließ, sodass man sich fragen muss, ob die Hotels in Westerland in Gefahr sind.

Seit den 70er Jahren gibt es nur noch ein Mittel gegen die Erosion: Sand, der vor die Küsten gespült wird. Baggerschiffe nehmen den Sand dafür aus einem zugewiesenen Gebiet, das weit vor der Küste liegt, auf und spülen diesen dann in einem Gemisch mit Wasser an den Strand. Durch Planierraupen (spezielle Bagger) wird der Sand dann verteilt, um wieder so viel Sand zu haben, wie es vor Auftreten der Sturmfluten gab. So lässt sich die Erosion verlangsamen, was jedoch auch mit hohen Kosten verbunden ist.

Für mindestens drei Jahrzehnte sollen damit größere Landverluste vermieden werden, sodass das Hotelmarketing auch weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Der Grund für die Rettung liegt sogar hauptsächlich am Tourismus. Trotz der Sandauffüllungen befürchten Experten, dass Sylt bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts mit zahlreichen Landverlusten rechnen müsste, was auch an der globalen Erwärmung liegt, durch die es zu heftigeren und häufigeren Stürmen kommt. Dann bleibt nur noch eins: ein Lüneburger Heide Urlaub fernab der See!

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