Studien über Ebbe und Flut an der Ostsee
Ebbe und Flut sind interessante Phänomene, die vor allem an der Nordsee auftauchen. An der Ostsee findet man sie hingegen kaum, was daran liegt, dass es sich bei der Nordsee um ein Randmeer des Atlantischen Ozeans handelt, bei der Ostsee jedoch um ein Binnengewässer.
Damit sich Gezeiten bilden können, muss das Gewässer sehr tief und groß sein bzw. durch eine Welle mitschwingen. Dennoch reisten wir in ein Hotel in Rewal, um uns das gering ausgeprägte Phänomen an der Ostsee genauer anzusehen.
Verursacht werden die Gezeiten durch Sonne, Mond und Wellen mit einer Wellenlänge von einigen 1000 Kilometern. Ein Gewässer muss sich weit in Ost-West-Richtung erstrecken, damit sich Gezeiten bilden können. Die Ostsee erstreckt sich jedoch nur ca. 1000 km in Nord-Süd-Richtung und ca. 1000 km in Ost-West-Richtung. Die Tiden sind demnach nicht sehr groß und werden im Weiteren davon gemindert, dass die südliche Ostsee sehr eng und flach ist. Weiterhin eingeschränkt werden die Gezeiten dadurch, dass die Ostsee nur durch enge und flache Dänische Meeresstraßen mit dem Weltmeer verbunden ist. Die Nordsee hingegen ist direkt mit dem Atlantik verbunden, sodass große Wassermengen ein- und ausströmen können.
Trotz der starken Unterschiede sind also auch an der Ostsee Ebbe und Flut in geringem Maß vorhanden. Sichtbar ist dies an Strandabschnitten, die bei der Ebbe doppelt so breit wie bei der Flut sind, da das Wasser hier teils vier bis fünf Meter zurückgeht. Da die Höhe jedoch nur 10 bis 20 cm beträgt ist hier Wattwandern wie an der Nordsee leider nicht möglich. Für uns als Forscher ist es dennoch aufregend, sich die kleinen Veränderungen genauer anzusehen, Fotos zu schießen und Bemerkungen zu machen. Unserer Ergebnisse werteten wir anschließend in einem Tagungshotel in Hannover auf, plauderten über Gezeiten im Allgemeinen und vieles mehr.