Hochzeit auf der Arche: Noahs Söhne
Die Sintflut überkam die Menschheit laut Altem Testament als Strafe Gottes für ihre Verdorbenheit und Gottlosigkeit. Einzig Noah und seine Familie entkamen den gewaltigen Wassermassen auf einer Arche, die Noah auf Ankündigung Gottes baute und auf der er auch von jeder Tierart jeweils ein Paar mitnahm.
Die Sintflut sollte die gesamte menschliche Zivilisation auf der Erde auslöschen und damit auch ihre Verfehlungen und Sünden. Wie lange sie genau dauerte, kann unterschiedlich ausgelegt werden. Einmal liest man von 40 Tagen, einmal von 150 Tagen. Christlichen Geschichtsschreibern zufolge, fand die Sintflut etwa 3200 v. Chr. statt, in einer Zeit also, die für das Entstehen vieler antiker Zivilisationen wie der Babylonischen und der Ägyptischen bekannt ist. Ob sie jedoch die gesamte Erde überschwemmte und ob Noah 4 Monate oder ein ganzes Jahr unterwegs war, bevor er wieder am Berge Ararat an Land ging, darüber wird ebenfalls noch gestritten.
Da ein Sohn Noahs nicht seine Frau, sondern seine Verlobte mit auf die Arche brachte, beschloss Noah der Ordnung halber, gleich die Hochzeit seines jüngsten Sohnes Jafet kurz nach Einbruch der Sintflut. Natürlich konnte sie nicht wie eine richtige Hochzeit durchgeführt gefeiert werden, doch in Anbetracht der Tatsache, dass die Söhne Noahs für die neue Bevölkerung auf der Erde sorgen mussten, war eine schnelle Hochzeit angebracht. Und tatsächlich kamen die Nachkommen Noahs nach Ende der Sintflut sehr zahlreich auf die Welt und vermehrten sich so schnell, dass sie viele neue Nationen gründen und sich auf der ganzen Welt verteilen konnten.
Und so deutet man heute ein paar Regentropfen auf dem Brautschleier oder einen plötzlichen Wolkenbruch während der Hochzeitsfeier als Zeichen hoher Fruchtbarkeit. Aus jener Zeit stammt auch das Tauschen der Trauringe, denn natürlich hatte Noah keine Eheringe mit an Bord der Arche, so dass er seinen Sohn und seine Schwiegertochter bitten musste, ihre Verlobungsringe als günstige Trauringe zu verwenden.